Naturnahes gärtnern
Ein Naturgarten fördert Biodiversität und ist gut für Umwelt und Klima
Was können wir als Einzelne dazu beitragen, um eine enkeltaugliche Welt zu hinterlassen?
Ich denke, Vielen ist mittlerweile bewusst wie stark die Eingriffe der Menschheit sich mittlerweile auf Natur, Umwelt und Klima auswirken und damit letztendlich auch auf unsere zukünftige Lebensqualität.
Innerhalb der letzten 30 Jahre ist die weltweite Biomasse an Insekten um ca. 78% zurückgegangen. Und ein Drittel der jetzt noch vorhandenen Arten ist bereits vom Aussterben bedroht! Wenn wir in Zukunft noch genügend Insekten haben möchten, die dafür sorgen unsere Nahrung zu bestäuben, so müssen wir dringend handeln. Es gibt mittlerweile schon über 20 Länder, wo verschiedene Obstsorten in bestimmten Regionen per Hand bestäubt werden müssen!
Neben vielen andere Dingen, leistet naturnahes gärtnern daher einen sehr wichtigen Beitrag für unsere Zukunft. Und das Schöne daran: Naturnahes gärtnern macht nicht nur Spaß, sondern spart Arbeitszeit und Ressourcen.
Mit leicht umsetzbaren Tipps können wir bereits viel für die heimische Flora und Fauna bewirken. Von der Wahl des Saatgutes, der Pflanzenzusammensetzungen und der Wahl der Erde, über Vermeidung von Pestiziden und Plastik, bis hin zum längeren stehenlassen von abgeblühten Pflanzen uvm. Wir haben sehr viele Möglichkeiten!
"Machen ist wie Wollen, nur krasser!"
Und mit jeder guten Gartentat entsteht in uns ein positives Gefühl. Wir können zuschauen wie neue Arten unseren Garten besuchen. Es wird eine größere Vielfalt an Vögeln, Schmetterlingen und anderen Insekten auftauchen. Wir können ihnen bei der Bestäubung unserer Nutzpflanzen zusehen, beim Bau von Gelegen und Nistplätzen und manchmal sogar bei der Eiablage.
Jeder Meter und jede Blüte zählt!
Auch wenn du vielleicht keinen eigenen Garten hast, sondern nur einen Balkon oder ein Fensterbrett: Es lohnt sich unbedingt, auch diesen insektenfreundlich zu gestalten. Jeder Meter zählt und jede einzelne Person kann einen kleinen Beitrag leisten. Und viele Personen leisten viele Beiträge. Es liegt an uns zu handeln. Lasst uns nicht auf die Politik warten. Gestalten wir unsere Zukunft selbst.
Ökologisches gärtnern auf kleinem Raum
Auf kleinem Raum ist mehr möglich, als Du denkst! Jeder Meter und jede Blüte zählen!
Jeder Einzelne von uns kann etwas gegen das Artensterben tun. Und sei es nur ein Kräutertopf auf der Außenfensterbank. Man hat schnell das Gefühl, dass egal was man tut, es ist nicht genug. Doch selbst mit dem Gärtner auf einem kleinen Balkon oder auch nur auf einem Fensterbrett kannst du einiges bewirken.
Vor allem kommt es darauf an, einfach anzufangen. Gärtnern wird leicht und schnell sichtbar und bewirkt etwas in uns. Wir lernen hinzuschauen, zuzuhören, zu beobachten, sich in unsere Pflanzen und den Regenwurm hineinzuversetzen und ein Gespür dafür zu bekommen. Selbst ein Balkon kann ein Bindeglied zur Annäherung an die Natur sein. Er verbindet uns wieder mit der Natur: wir können zuschauen, wie sich die Insekten an unseren Pflanzen bedienen, wie sie in das Insektenhotel einziehen, wie die Vögel vorbeischauen. Wir sind Teil der Natur.
1) Biobalkone und Fensterbänke
Netzwerk-Tipp: Werde Teil der „Balkone der Artenvielfalt“!
Selbst mit einem kleinen Balkon oder sogar nur einer Fensterbank kannst du etwas für den Natur- & Artenschutz tun!
Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen und zu dokumentieren, wie lebendig auf deinem Balkon zugeht? Dann empfehle ich dir das großartige Mitmach-Projekt „Balkone der Artenvielfalt“ auf der Forschungs- und Citizen-Science-Plattform iNaturalist.
Du hast Wildbienen-Besuch am Lavendel oder ein sogar ein Taubenschwänzchen gesehen? Hier zeigen Gärtnerinnen und Gärtner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie wertvoll Mini-Biotope in der Stadt sind.
Mitmachen ist kostenlos und kinderleicht: Einfach auf iNaturalist anmelden und ein Projekt für den eigenen Balkon anlegen.
👉 Hier geht es zum Projekt „Balkone der Artenvielfalt“
👉 Hier findest du die Kurzanleitung zum Mitmachen
Wie gestalte ich eigentlich einen Balkon für die Artenvielfalt?
Hier findest du Tipps für einen insektenfreundlichen Balkon:
Reihenfolge für die Jahresbepflanzung auf dem Balkon
Am schönsten ist es natürlich, wenn zu jeder Jahreszeit etwas blüht und du auch für den Eigenbedarf etwas anbauen kannst. Dann hast du deinen Balkon optimal ausgenutzt, sowohl für dich als auch für die Insekten.
2) Naturgarten und Selbstversorgergarten
Biodiversität fördern:
So locken wir unterschiedliche Insekten, Vögel und weitere Tiere an:
3) Was wir sonst noch tun können
- Solidarische Landwirtschaft
- Brachflächen nutzen
- Vegetarische und vegane Ernährung
